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Die Landvermesser der kaiserlichen Legionen

Allgemein
Landvermesser (Agrimensores) im römischen Heer waren immer zugleich kaiserliche Beamte und der staatlichen Kontrolle unterworfen. Sie mussten eine Schulung durchlaufen und ein Examen ablegen, denn vor allem die Landvermessung sollte von gut ausgebildeten Beamten erfolgen.

Landvermesser (Agrimensor)
Landvermessung mittels der Groma

Aufgaben
Das Lager wurde bei Märschen jeden Tag neu aufgebaut. Die Aufgabe des Agrimensors war dabei die Berechnung der Größe des Lagers (etwa 25ha pro Legion) und die Absteckung der Hauptachsen (Via Praetoria und Via Principalis). Anschließend wurden die Plätze der Cohorten und der einzelnen Zelte bezeichnet und vom Landvermesser den Mannschaften zugewiesen. Eine Legion besaß 11 Agrimensoren. Die Landteilung (Centuriation, Limitation) von eroberten Gebieten war ebenfalls Aufgabe der Landvermesser (Mensor Agrarius). Das Land wurde vor allem Veteranen, die nach 25 Dienstjahren aus der Armee ausschieden, zugewiesen. Von einem, dem Landvermesser zugewiesenen Soldaten (Chorographarius), wurde ein Plan erstellt, in dem die Grenzen und Besitzer eingetragen waren (Kataster). Die Landvermesser des Heeres waren auch für Trassierung von Straßen verantwortliche Fachleute, genauso wie beim Bau von Wasserleitungen. Für die Höhenmessungen gab es eigene Nivellieringenieure (Librator, Regulator).

Vermessungsgeräte
Das Standardvermessungsgerät war die Groma, ein Stab mit einem Kreuz, an dessen Enden vier Senkel hingen. Mit diesem Gerät konnten Rechte Winkel gemessen werden. Ein weiteres wichtiges Gerät war der Chorobat, ein etwa sechs Meter langes Nivelliergerät. Weiters wurde der Decempeda, ein 10 Fuß (2.96m) langer Stab, und wohl auch ein Messseil zur Messung der Entfernung verwendet.

Text von Sepp Penc
Agrimensor der LEG XV APO COH I

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